Unsere Gründerin Julia über Selbstverwirklichung im Beruf

Unsere Gründerin Julia über Selbstverwirklichung im Beruf

Selbstverwirklichung ist für viele ein abstraktes Ideal, das weit entfernt scheint. Doch unsere Gründerin Julia kann aus erster Hand berichten, wie es sich anfühlt, wenn man seinen Traum lebt und genau das tut, was man schon immer tun wollte.

 

Seit wann träumst du davon, nachhaltige Mode zu designen?

 

“Schon als Kleinkind habe ich immer gezeichnet. In der Schulzeit habe ich dann einen großen Malwettbewerb in meiner Stadt gewonnen … Ich wusste also schon immer, dass das Kreative mir liegt. In der Schule waren Kunst und Nähen bereits meine Lieblingsfächer. Mit 17 Jahren wurde mir langsam bewusst: Ich möchte Modedesignerin werden. Ich hab dann nach der Schule und einem Jahr im Ausland mein Studium begonnen und es sehr genossen. Doch sehr bald, im ersten Jahr des Studiums – es war im Textilkundeunterricht, in der es um die Herstellung von Seide ging, für die Seidenraupen getötet werden – da wurde mir bewusst, wie viel Leid in Mode steckt. Das konnte ich nicht akzeptieren. Aber meinen Traum aufzugeben war auch keine Option. Daher fing ich an, zu überlegen: Welche Alternativen gibt es? Ich war überzeugt, dass es einen anderen Weg geben muss – einen Weg, der weder Tier, Mensch, noch Umwelt schadet… und so begann ich mich über vegane, faire und nachhaltige Mode zu informieren und der Traum von Lillika Eden war geboren.”

 

Wie genau sah die Idee am Anfang aus?

 

“Ich wusste, dass ich keine Seide, kein Leder und auch sonst keine Materialien verwenden wollte, für die Tiere leiden müssen. Außerdem fand ich es absurd, dass die meisten Kleidungsstücke weit weg produziert werden, und dann auch noch unter schlimmen Bedingungen. Meine Mode sollte in Deutschland unter fairen Bedingungen entstehen. Und Nachhaltigkeit war die dritte Säule, die mir von Anfang an wichtig war: Ich wollte nur mit hochwertigen Bio-Stoffen arbeiten. Als Labelnamen wollte ich aber nicht einfach meinen eigenen Namen nehmen. Es sollte etwas sein, das etwas Persönliches von mir beeinhaltet, aber gleichzeitig auch größer ist als ich selbst – so kam ich auf Lillika Eden. Das setzt sich zusammen aus den Namen meiner Katzen Lilli und Kasper – jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein totaler Katzenliebhaber bin, daher steht der Teil des Namens für mich – und dem Garten Eden, dem Symbol für Natur, Perfektion und Schönheit.”

 

Wann war der Punkt, wo du gemerkt hast, dass aus deinem Traum tatsächlich etwas Reales entsteht?

 

“Als ich meinen Mann Daniel traf und mit ihm die erste Kollektion herausgebracht habe.”

 

Wie war es, dein erstes Teil zu verkaufen?

 

“Ehrlich gesagt, ziemlich unwirklich… und sehr, sehr aufregend! Mode zu designen ist, wie jede andere Kunst, etwas sehr Persönliches. Zu sehen, dass jemand mein Produkt, das ich mit meinem ganzen Herzblut entworfen habe, schön findet und auf seiner Haut tragen möchte – das ist so ein tolles Gefühl! Das kann man gar nicht beschreiben!”

 

Wie fühlt es sich an, wenn man genau das macht, was einem wichtig ist?

 

“Es ist einfach das Allerbeste, was einem passieren kann! Es ist Selbstverwirklichung. Man arbeitet aus Spaß! So etwas wie Motivation brauche ich daher nicht. Es ist für mich schon eine Belohnung, dass ich jeden Tag weiter daran arbeiten und von meinem Traum leben kann. Dafür bin ich jeden Tag so dankbar! Manchmal kann ich kaum glauben, dass das wirklich mein Beruf ist…”

 

Aber sicher gehören auch Nachteile dazu, oder?

 

“Ja, dadurch, dass es mir so wichtig ist, was ich mache, bin ich natürlich auch mit ganzem Herzen dabei. Daher war es besonders am Anfang schwierig, eine Grenze zwischen Privatleben und Arbeit zu ziehen. Angst hat hin und wieder auch dazu gehört, denn für mich geht es dabei um mehr als nur einen Job. Das Risiko ist einfach viel größer, als, wenn ich etwas machen würde, das mir nicht so wichtig ist.”

 

Wie schaffst du es dann, trotzdem ruhig zu bleiben?

 

“Das ist eine von den Sachen, die mit der Zeit kommen. Früher habe ich mir viele Sorgen gemacht, doch die Erfahrung hat mir einfach gezeigt, dass es am Ende immer so kam, wie es kommen sollte – und das war eigentlich immer gut. Und dadurch habe ich mit der Zeit ein Grundvertrauen bekommen. Dazu kommt, dass es für mich sowieso keine Alternative gibt. Es gab schon Punkte, an denen ich verzweifelt war. Da dachte ich mir auch: Warum kann es nicht einfacher sein? Warum kann mir das alles nicht egal sein? Aufgeben war aber trotzdem nie eine Option. Denn einen normalen Job zu machen, könnte ich mir überhaupt nicht mehr vorstellen. Wenn man einmal das macht, was man sich wünscht, kann und will man nicht mehr zurück!”

 

Denkst du, dass du deine Arbeit ein Leben lang machen wirst?

 

“Ja, denn genau das ist mein Leben! Dafür stehe ich jeden Tag auf – um meinen Traum zu leben und dafür zu sorgen, dass auch andere ihren Traum mit uns verwirklichen können! Und das kann nie langweilig werden!”

 

Selene
selene@lillika-eden.de

Dreamer

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