Kapital fürs eigene Mode-Business. Einige Möglichkeiten.

Kapital fürs eigene Mode-Business. Einige Möglichkeiten.

Kapital für´s eigene Mode-Business

Mein letzter Beitrag “Die Lügen vom Gründen eines Modelabels” ist ganz gut angekommen und ich habe ein paar Mails & Kommentare bekommen, dass z.B. das Thema Finanzierung/ Kapitalbeschaffung oder auch Zielgruppe/Targeting Themen sind, die viele im Mode-Business interessieren.

 

Die beiden Punkte Finanzierung und Zielgruppe sind zwei Themen, die man beim Gründen oder Aufbau eines Modelabels einfach nicht trennen kann. Grund dafür ist eine Symbiose, die sich ergeben muss, um ein erfolgreiches Modell auf die Beine zu stellen.

Allerdings werde ich mich hauptsächlich auf das Thema Finanzierung konzentrieren.

 

Wer aufhört, zu werben, um Geld zu sparen, kann genauso gut seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen. – Henry Ford

 

Ein recht erfolgreiches Modell, um sein Modelabel zu finanzieren und gleichzeitig zu vermarkten ist das Crowdfunding.

 

Beim Crowdfunding stellt man z.B. seine Kollektion/Produkte einer “Community” vor, welche diese zu einem vergünstigten Preis erwerben können.

Klingt erstmal ziemlich einfach, ist aber sehr schwer erfolgreich umzusetzen. Erstmal braucht man ein fertiges Produkt, ein ansprechendes Video, ein gutes Storytelling und ein paar Euros, um alles schick aussehen zu lassen, damit es im besten Fall viral (Virales Marketing) werden kann.

Im Mode-Business (in Deutschland) gibt es nur ein paar Modelabels, die das erfolgreich geschafft haben. Hier ein paar Beispiele: Bleed clothing , Aluc oder Jan ´n June (Diese Beispiel-Modelabels wird es meiner Meinung nach auch noch in 10 Jahren geben, nur mal so am Rande).

 

Für mich kann Crowdfunding nur funktionieren, wenn man schon eine starke “Crowd”, sprich genug Menschen oder Medien, hinter sich stehen hat.

Bei Bleed z.B. hat das Ganze nur so überaus erfolgreich funktioniert (über 70.000€ ), da sie schon feste Kunden und einen starken Medien Partner wie PETA hatten. Dadurch verfügten sie schon über eine sehr große Reichweite, welche erleichterte, auch neue Kunden für dieses Projekt zu begeistern.

 

Solltest du keine große Gemeinschaft hinter dir stehen haben oder keine sehr guten Kontakte zur Medienwelt haben, wird Dein Projekt sehr wahrscheinlich nur ein paar hundert Euro einbringen.

 

Du willst sicher nicht, dass Dir jeder dabei zusehen kann, wie du scheiterst. Es ist zwar nicht schlimm zu scheitern, aber das sollte nicht so passieren 😉

Du kannst deine Crowdfunding-Aktion natürlich auch selbst vermarkten, sprich du schaltest Facebook Ads und Google Adwors etc. Das kann ein Weg sein, der auch sehr erfolgreich beim Crowdfunding sein kann. Allerdings kostet Dich das ein paar tausend Euro im Vorfeld, welche Du dann in deiner Kalkulation mit einberechnen solltest.

 

Im Schnitt kannst du bei einer guten Crowdfunding-Aktion ca. zwischen 5.000 € – 20.000 € einnehmen. Das ist nicht sonderlich viel Geld, kann dir aber trotzdem einige Vorteile verschaffen. Du hast zum einen schon einige Kunden gewonnen, die Dein Produkt haben wollen und darüber hinaus verfügst du anschließend über eine gewisse Markenbekanntheit. Wie es danach jedoch weitergeht, steht allerdings noch auf einem anderen Zettel. Daher mach dir unbedingt Gedanken darum, wie du deine nächsten Kollektionen/Produkte finanzierst. Crowdfunding ist zu 90% nur für die Anfangsfinanzierung ausgelegt.

 

Des weiteren gibt auch noch das Crowdinvesting. Ein Modell, das meiner Meinung nach nicht für ein kleines Modeunternehmen geeignet ist. Beim Crowdinvesting geben dir private Investoren das Geld für dein Projekt, sprich Mirkoinvestoren und Anleger. Diese wollen im Gegenzug zu ihrem investieren Geld keines Deiner Produkte, sondern lieber Anteile an deiner Firma haben, sodass das investierte Geld am Ende natürlich mit Gewinn wieder an die Investoren zurückfließen soll. Ich werde mal nicht tiefer in das Crowdinvesting eingehen, da es für die meisten wohl nicht in Frage kommen wird. Falls doch, schreibt mir eine Mail und ich werde Dir dann etwas mehr zum Crowdinvesting erzählen.

 

Ich gehe mal zum Thema Investoren.

 

Puh, ein verdammt schweres Thema. Und noch schwieriger ist es, einen passenden Investor zu finden, gerade im deutschen Mode-Business. Zugleich ist es jedoch mein Lieblingsmodell, um ein Modelabel zu finanzieren. Eins Vorweg: So gut wie alle großen Modeunternehmen sind nicht in privater Hand, von Prada, Gucci, Fendi, Kenzo, Marc Jakobs oder auch Alexander McQueen und tausende mehr…

 

Warum sollte man sich einen Investor suchen? Investoren sind in den meisten Fällen mehr als nur Geldgeber: Sie geben Dir jahrzehntelange Erfahrung im Mode-Business, eröffnen Dir meist ein riesiges Netzwerk zu den wichtigen Menschen in der Branche etc.

 

Ein Investor bringt viele Vorteile, aber auch einige “Nachteile”, da er mit Deinem Modeunternehmen Geld verdienen will. Dafür musst du Teile deines Unternehmens abgeben und auch einige Entscheidungen liegen nicht mehr alleine in deiner Hand. Für mich persönlich ein fairer Tausch, aber für Andere ein Albtraum, Teile ihres “Babys” in andere Hände zu geben.

 

Ihr fragt Euch sicherlich, wo man Investoren findet, die in Mode investieren. Eines sag ich Euch: Es gibt viele in Deutschland, sehr viele sogar. Sie reichen von privaten Hobby Investoren, über Profi Investoren, bis hin zu Beteiligungsgesellschaften oder Modeunternehmen, die in Modelabels investieren oder diese gleich ganz aufkaufen.

 

Ich kann Euch keine Namen nennen, dann würden ein paar Leute echt sauer auf mich werden 😀 Wenn diese dann hunderte Mails bekommen.

Du wirst über das Internet nicht den passenden Investor finden. Naja, du kannst es schon, dauert allerdings ewig und ich nehme an, dass du soviel Zeit sicher nicht hast.

 

Aber Investoren treiben sich auf Start-Up Events rum oder im nächsten Business Angel Verband (einfach mal googeln).

Ihr könnt Beteiligungsgesellschaften auch über einschlägige Websiten finden, die sich mit dem Thema Gründen beschäftigen.

 

Ihr müsst nur 100% auf diese Investoren vorbereitet sein! Sprich, habt ein Businessplan, kennt Eure Zielgruppe, kennt Euren Markt. Ihr müsst die absoluten Profis in eurem Mode-Business sein, ansonsten wird sich niemand mit Euch unterhalten. Ihr müsst Euch vorstellen, dass diese Leute unzählige Anfragen bekommen, daher gilt es aus der Masse herauszustechen und damit die Menschen zu überzeugen.

 

Es ist sehr gut möglich, einen passenden Investor zu finden und am Ende ist es auch gar nicht so schwer, vielleicht kennt Ihr ja jemanden in Eurem Freundeskreis der vielleicht jemanden kennt. In Berlin, Hamburg, Düsseldorf oder München usw. gibt es genug Anlaufstellen, um Investoren zu finden. Man darf halt nur keine Pussy sein, daher geht den Leuten auf den Sack und Ihr kommt schlussendlich zu dem richtigen Investor.

 

So ab zum nächsten Thema und zwar zu dem guten alten Kredit.

 

Ich hasse Kredite, andere wiederum finden Kredite ziemlich geil.

 

Um einen Kredit zu bekommen, brauchst du einen ziemlich guten Businessplan, Eigenkapital, einen Bürgen und schon erste Zahlen – ah und natürlich eine perfekte Schufa-Auskunft, ohne die hilft Euch der Rest überhaupt nichts. Und wenn du den Bums genehmigt bekommen hast, musst du den Kredit auch ziemlich schnell wieder zurückzahlen. Ah und dann brauchst du natürlich erstmal eine Bank, die sich dein Mode-Business überhaupt erst anguckt.

Ein Kredit kann meiner Meinung nach NIE der Start sein, um ein Modelabel zu gründen. Einige würden mich für diese Aussage sicherlich gerne steinigen.

 

Geld braucht man, wenn man es nicht hat. Kredit hat man, wenn man ihn nicht braucht.

 

Selbst wenn dein Konzept echt super ausgereift ist, auf dem Papier super läuft und deine Bank dir sogar den Kredit gibt, wird damit viele und gefährlichste Probleme geben. Nehmen wir mal an, dein Mode-Business läuft im ersten Jahr echt super, du verkaufst in ganz Deutschland usw. Und im zweiten Jahr kauft auf einmal nur noch die Hälfte deiner Kunden ein, weil z.B. bei deinem Topseller schon nach 3 Wochen die Nähte aufgerissen sind. Schon kannst du den Kredit nicht mehr bedienen, da du kaum noch Geld verdienst. Und ehe du dich versiehst, hast du einen Gerichtsvollzieher vor der Tür, der für die Bank das Geld holen will.

 

Oder z.B. ein richtig großer Einkäufer kommt zu Dir und will 200.000 Teile bei dir einkaufen. Er gibt dir auch eine Garantie, dass Du in 90 Tagen dein Geld bekommst, jedoch hast du einfach das Geld nicht, um die Order anzunehmen und deine Bank wird dein Anliegen auch nicht verstehen. Die werden sagen: lassen Sie sich doch eine Anzahlung geben. Tja, die Bank versteht das Mode-Business nicht, machen wir uns da nichts vor. Die Angestellten haben andere Branchen als Spezialgebiet und Mode gehört sicher nicht dazu. Und dann stehst du da, hast eine riesen Order, die du nicht annehmen kannst und der Einkäufer wird sich ganz bestimmt nicht mehr bei dir melden. Ein Investor z.B. würde dir das Geld am nächsten Tag Bar auf den Tischen legen, denn er kennt das Business und weiß, wie der Hase läuft.

 

So viel zum Thema Kredit, ich bin einfach kein Freund davon, daher schreibe ich auch nicht mehr darüber 😉

 

Nun noch was zum Thema Zielgruppe/ Targeting

 

Bevor ich mir Gedanken darüber mache, wie ich mein Mode-Business finanziere, sollte ich erstmal wissen, wer meine Zielgruppe ist. Will ich z.B. nur Corporate Fashion machen, wäre es sinnvoll, sich einen Investor zu suchen, der 20 Vorstände aus dem DAX kennt, um wiederum diesem dann z.B. Arbeitskleidung zu verkaufen. Oder wenn ich z.B. schon seit einiger Zeit fancy T-Shirts privat verkaufe, sollte ich mein Geld doch besser aus einer Crowdfunding-Aktion holen, da meine “Crowd” jedes T-Shirt 5 mal kaufen wird. Oder wenn ich schon ein super gut laufendes Mode-Business seit 3 Jahren habe, aber mir ein dickes Lagerhaus bauen will, gehe ich zur Bank und nehme einen Kredit auf.

 

Es ist einfach sehr wichtig zu verstehen, wer meine Kunden sind. Denn nur so kann ich eine gute Basis finden, um mein Mode-Business aufzubauen.

 

So, das war es erstmal zum Thema Finanzierung. In einem Monolog ist es immer schwer alles auszuführen, daher könnt Ihr mir Fragen stellen und ich gehe darauf gerne ein 😉

 

Ich werde das nächste mal sehr viel genauer über Marketing / Targeting schreiben.

 

Darin werde ich einige dumme Mythen aufklären. Sowas wie z.B. ein Online-Shop spart Miete.

 

PS: An meinen Leser der fragte, wie lange ich für solche Texte brauche, ca. 1-2 Std. ohne Korrekturlesen, mit Korrektur ca. 3 Std.

 

Bye

 

 

 

 

daniel
daniel.schmidt@lillika-eden.de
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