Kann ein Hashtag die Welt retten? – FashionRevolutionDay

Kann ein Hashtag die Welt retten? – FashionRevolutionDay

Heute beginnt die weltweite Fashion Revolution Week (18. – 24. April). Am 24. endet sie mit dem FashionRevolutionDay.

 

Die Initiative wurde in Gedenken an das Rana Plaza Desaster vom 24. April 2013 ins Leben gerufen. An dem Tag stürzte die Rana Plaza Textilfabrik in Savar nahe der Hauptstadt Dhaka in Bangladesch ein. 1.134 Menschen starben und über 2.500 wurden verletzt. Dieses Ereignis führte weltweit zu einem großen Aufschrei und zum Hinterfragen der Modeindustrie. Um zu verhindern, dass je wieder so etwas geschieht und um positive Veränderungen einzuleiten, wurde der Fashion Revolution Day organisiert, der nun auch dieses Jahr wieder stattfindet.

 

Letztes Jahr beteiligten sich am Fashion Revolution Day in über 70 Ländern weltweit zehntausende Menschen. Dieses Jahr wird dem Anlass eine ganze Woche gewidmet.

 

Mitmachen kann man, indem man seine Kleidung auf links dreht und das Label zeigt, das eingenäht ist. Davon macht man ein Foto (‘label selfie’ ) und fordert von dem Label eine Auskunft auf die Frage: “#whomademyclothes?”. Bei der Aktion machen auch viele Prominente und Modeinteressierte aus insgesamt 86 Ländern mit.

 

#whomademyclothes

 

Dazu kommen zahlreiche Events, die weltweit von Unterstützern organisiert werden, wie zum Beispiel die folgenden.

 

Nächste Events:

 

Echtzeit-Upcycling — 20.04.2016 um 10 Uhr

reDesign & schmuckes atelier für upcyclingprodukte, Weingärtnerstraße 6 Reutlingen 7276

 

The Child Labour Experiment – Impro Theater & Panel Diskussion — am 20.04.2016 um 19 Uhr

DaWanda Snuggery, Windscheidstr. 19 Berlin 10627

 

Abendveranstaltung “Ask the Producers” mit Jyoti-Fair Works — 20.04.2016 um 20 Uhr
Supermarché, Wiener Str. 16 Berlin 10999

 

Green Fashion Zukunfts-Tour — 21.04.2016 um 14 Uhr

Radialsystem V, Holzmarktstraße 33 Berlin 10243

 

Weitere Informationen und Events findet ihr hier.

 

Kann ein Hashtag die Welt retten?

 

Das wahrscheinlich eher nicht… Allerdings kann er Menschen zum Umdenken bewegen. Während vielleicht nur 10% der Menschen, die den Hashtag teilen, tatsächlich ihr Verhalten ändern werden, hat jedoch die Mehrheit zumindest kurz darüber nachgedacht.

 

In der Broschüre “How to be a fashion revolutionary” werden wir dazu aufgefordert, unser Kleidungsstück auf links zu drehen und uns die Nähte anzuschauen – die kleinen Unregelmäßigkeiten, die Stellen, an denen die Enden der Fäden abgeschnitten wurden… All das sind Spuren, die auf den Menschen hinweisen, der das Kleidungsstück gemacht hat. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern – dass da Menschen wie du und ich dahinter stecken. Wenn man einmal darüber nachgedacht hat, ist es ein bisschen so wie mit dem Weihnachtsmann – sobald man weiß, dass es ihn nicht gibt, kann man es nicht mehr vergessen und so weitermachen wie bisher. Man ist in seinem Bewusstsein ein Stück weiter. Und das ist schon mal ein großer Schritt!

 

Allerdings ist es wichtig, dass man dieses Wissen auch für sich übersetzt und Konsequenzen für den Alltag daraus zieht.

 

Es geht darum, dass wir fragen!

 

Es ist gut und sehr wichtig, die Labels zu fragen, wer die Kleidung gemacht hat. Die Antworten allerdings sind in den meisten Fällen nicht besonders nützlich – wenn ich ein Bild von einer lächelnden Frau an einer Nähmaschine sehe, die ein Schild hält, auf dem “I made your clothes” steht, dann weiß ich nicht, ob es wirklich genau diese Frau war. Meistens bestimmt nicht. Es kann gut sein, dass gerade mein Shirt von einem Kind genäht wurde. Aber es geht auch nicht in erster Linie darum, dass wir ehrliche Antworten erhalten (obwohl das schön wäre), sondern, dass wir fragen. Denn je höher der Druck von Kundenseite aus wird, desto mehr fühlen sich die Unternehmen gezwungen zu handeln und positive Veränderungen einzuleiten. Und dafür ist die Idee vom FashionRevolutionDay mit dem Hashtag eine gute Möglichkeit, da sie einem die nötige öffentliche Aufmerksamkeit gibt, die man vielleicht als einzelner Briefeschreiber nicht hätte. So ist alles gebündelt und bekommt die mediale Aufmerksamkeit, die zusätzlichen Druck auf die Labels ausüben kann.

 

Man sollte sich nicht von dem Gedanken demotivieren lassen, ob es denn etwas bringt, den Hashtag zu teilen. Stattdessen ist es wichtig, sein Leben so zu leben, dass man sich damit wohlfühlt und kein schlechtes Gewissen haben muss. Darum geht es letztendlich auch beim FashionRevolutionDay – sein Verhalten zu ändern und Modelabels aufzufordern, das Gleiche zu tun. Veränderung ist nichts, was nur in der Zukunft möglich ist – Veränderung ist jetzt. Daher lautet unser Motto auch:

 

Change is now. Wear the change.

Selene
selene@lillika-eden.de

Dreamer

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