eBay und Amazon haben ein Problem!

eBay und Amazon haben ein Problem!

Heute geht’s mal nicht nur um nachhaltige Mode, sondern um eBay, Amazon und Co.

 

Wir alle kennen ja die Storys über Frauen von reichen Männern, die auf die Idee kommen, Schmuckdesignerin oder Sängerin werden zu wollen. Warum? Ganz einfach, weil sie das Geld haben und es einfach können. Aber hat das Ganze Erfolg? Nee, meistens eher nicht so, weil es am Ende doch irgendwie nicht authentisch ist.

 

Dieses Phänomen lässt sich auf eBay, Amazon und Co. übetragen. Die versuchen sich neuerdings daran, eigene Modemarken auf den Markt zu bringen. Wo man ein wenig Geld machen kann, müssen sich die großen Konzerne natürlich mit einbringen. Aber wer will sich schon mit dem Image von eBay einkleiden?

 

Also ich lieber nicht. Ich finde, nicht jeder, der das Kapital hat, um Mode zu machen, sollte das auch tun.

 

Ein Beispiel dafür ist die Kooperation zwischen Brands for Friends (einem eBay-Tochterunternehmen) und Tim Labenda. Es entstand eine recht schöne und stimmige Kollektion, aber das Ganze war finanziell trotzdem eine Nullnummer.

 

Warum sollte man sich so eine Kollektion auch kaufen? Es ist nichts Echtes. Auf der einen Seite ist da ein Portal, das darauf ausgelegt ist, Sachen so günstig wie möglich zu verkaufen. Auf der anderen Seite ist ein Premiumdesigner mit dem höchsten Qualitäts- und Designanspruch. Das ist so gegensätzlich und unecht, als würde Stella McCartney plötzlich einen Pelzmantel rausbringen.

 

Warum läuft das Ganze nicht so toll? Ganz einfach, weil eBay nicht die richtige Zielgruppe hat. Die eBay-Käuferin guckt doch eher nach dem besten Handtaschen-Schnäppchen von Hermès. Und der Ebay-Käufer guckt nach einem gebrauchten Auto oder Multimedia. Und Kevin aus Neukölln sucht eine gebrauchte PS4.

 

Wenn man nicht zu 100% dafür steht, was man macht, wird man keinen Erfolg haben! In der Mode dreht sich alles um Authentizität.

 

Kleidung ist etwas Tiefgründiges, auch wenn man das manchmal vergisst. Sie ist ein Ausdruck des Selbst. Sie hilft einem, sich der Außenwelt gegenüber darzustellen, oder auch sich zu verstecken. In beiden Fällen ist die Kleidung das Medium, das andere Menschen als erstes von mir sehen und über das sie sich einen ersten Eindruck oder eine erste Meinung von mir bilden, bevor ich auch nur ein Wort mit ihnen gewechselt habe.

 

Was will ich mit meiner Kleidung also verkörpern? Bin ich derjenige, der sich mal wieder bei Primark für 20,-€ 10 T-Shirts gekauft hat, die nach der nächsten Party doch nur wieder als Putzlappen enden, schwer nach dem Motto “Ausbeutung ist voll mein Ding”? Oder kaufe ich ein Statement, mit dem ich eine tolle Qualität belohne und etwas erhalte, das länger hält als nur einen Abend?

daniel
daniel.schmidt@lillika-eden.de
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