Dieser Modemacher regt sich über die Szene auf.

Dieser Modemacher regt sich über die Szene auf.

Dieser Modemacher regt sich über die Szene auf.

Dieser Modemacher regt sich über die Szene auf.

Ja, da klickt ihr alle. Aber weißte was, das ist okay. Ich hätte wahrscheinlich genau dasselbe gemacht.
Wisst ihr, es regt sich keiner auf; naja irgendeiner regt sich immer auf, aber solche Personen kenne ich nicht. Ich wollte dennoch heute etwas über die Szene der nachhaltigen, grünen, fairen und veganen Mode schreiben… mannnnnn mir wären jetzt noch tausend andere Worte für “grüne Mode” eingefallen. Und wenn ich so drüber nachdenke.. Fuck! Da hätten wir doch ein Problem, das mir aktuell ausgesprochen ausgeprägt auf die Nerven geht. Es gibt nämlich so viele verschiedene Wörter für diese Art von Mode, also für Fairtrade Mode :D. Selbst ich blicke da langsam nicht mehr durch, obwohl ich mich Tag für Tag mit dieser Materie auseinandersetze. Ich war sogar schonmal so sehr verwirrt (schon 3 Jahre her), dass ich mir ein Bio T-Shirt von H&M gekauft habe. Einfach, weil  uns mittlerweile doch jedes Modeunternehmen, das in dieser Nische tätig ist, erzählen will, dass genau ihr Produkt die Endstufe der Nachhaltigkeit ist und alles super krass transparent ist.

Nachhaltige Mode wirft mehr Fragen auf, als sie eigentlich tun sollte.

Manche Leute glauben diesen Rotz, aber weißte, die erzählen dir doch alle einen vom Pferd. H&M lässt die sogenannten “Bio T-Shirts” trotzdem von Kindern nähen. Oder halt von Menschen, die nicht mal 1 Dollar am Tag für ihre Arbeit bekommen. Aber nicht nur die Großen sind Arschlöcher, nein, die Kleinen können das auch ganz genau so gut. Viele, die jetzt schnell den Hype der Bewegung mitnehmen wollen. Viele, die denken, dass der Verzicht zum Beispiel von tierischen Materialien, aka “vegane Mode” dann auch super nachhaltig ist. Versteht mich hier bitte nicht falsch. Vegane Mode ist super, aber das alleine reicht lange noch nicht. Zahlreiche ausbeuterische Modemacher/Modeunternehmen produzieren zwar vegan und fühlen sich dabei unglaublich geil, aber im Endeffekt verticken sie ihre T-Shirts dennoch für 2€. Da muss doch irgendwer auf der Strecke bleiben? Das erklärt der normale Menschenverstand. Sollte er zumindest.

Die Frage, die ich mir in diesem Kontext stelle: Wo fängt Greenwashing an? Und wo fangen echte nachhaltige Modeunternehmen an?

Wir haben es uns mit Lillika Eden oft schwer gemacht, da wir eben nicht nur GOTS zertifizierte Stoffe verwenden wollen oder nur in Deutschland produzieren. Wir wollen alle Bereiche nachhaltig und fair gestalten. Zum Beispiel haben wir selbst bei unseren Aufklebern für die Versandkartons auf tierische Klebstoffe verzichtet und diese in einer Manufaktur in Berlin machen lassen (unsere Kartons sind ganz klar auch nachhaltig). Sogar unser Strom ist von Greenpeace. Hätten wir auf viele Dinge verzichtet, dann wären wir sicher schneller gewachsen, weil eine nachhaltige und faire Lieferkette in allen Bereichen sehr viel mehr Zeit kostet und ja, auch mehr Geld. Aber halbe Eier rollen halt nicht, war schon immer so.

Da wir ja noch keine Männermode anbieten (aber ab November), musste ich mich auch bei anderen umsehen, wenn  ich neue Klamotten kaufen wollte. Man, das ist schwer und ich habe vieles nicht verstanden, warum etwas nachhaltig oder fair sein soll. Ich hatte mal ein echt cooles Shirt gefunden; es war aus Bio-Baumwolle und tatsächlich sah es halt geil aus. Dann wollte ich wissen, wo das Shirt hergestellt wurde. Als  Antwort kam: “in Europa” und dabei kam ich mir extrem verarscht vor. Mein Geld bekommen nur Modemacher / Modeunternehmer, die auch transparent sind.

Wie dem auch sei; lasst euch kein schlechten Stoff verkaufen und habt ein schönes Wochenende.

Tags:
daniel
daniel.schmidt@lillika-eden.de
4 Comments
  • Den Rant will man ja sofort unterschreiben. Dass viele was vom grünen Kuchen haben wollen würden, ist klar wie Kloßbrühe (nicht vegan). Und sei Dir mal gewiss, dass es nicht nur auf der Herstellerseite so läuft; auf der Medienseite (Presse und Blogs) verhält es sich ganz genauso. Wie skalierbar ist die wirklich nachhaltige Message? Wie skalierbar ist ein wirklich nachhaltiges Produkt? Und wann fliegt uns das nicht-nachhaltige System aus Produktion-Logistik-Vermarktung-Verramschung-Müllberge um die Ohren? Fragen über Fragen.

    7. Oktober 2016 at 12:38
  • Slowfashion Blogger
    Antworten

    Ich dachte, für Dich zählt das Ranking bei Google, wie man am Ende die Branche tituliert ;-)?
    Für uns gibt es ja nur ein Wort für wirklich nachhaltige, fair hergestellte Mode, deren Herkunft transparent nachvollziehbar ist: Slow Fashion!!! Darunter würden wir auch Euch sehen und verstehen.

    Aber wie Du es sagst. Ob acht & besonders aufs Detail anstelle auf irgendwelche schön klingenden Worte. Denn am Ende kommt es nur darauf an. So kleine Details wie “Designed in France” z.B., was heißt, dass nur die Idee dort entstanden ist,; die Produktion dann eher in Fernost. Und nur weil etwas aus Biobaumwolle ist, ist es noch lange nicht fair und vielleicht trotzdem nicht Bio, da vielleicht die einst biologische Baumwolle am Ende dann doch chemisch gereinigt, gefärbt bzw verarbeitet wurde. Ganz schön verwirrend alles. Wie mit den Bezeichnungen sieht es ja auch schon im Siegeldschungel aus. Auch nicht besser….und überall lungern hungrige unfaire Wölfe, die darauf warten irgendwo zuschnappen zu dürfen….

    Daher – wie Du sagt, achtet auf den Stoff, die Details und bleibt immer schön Slow 😉

    7. Oktober 2016 at 20:31

Post a Comment