Die Lügen vom Gründen eines Modelabels

Die Lügen vom Gründen eines Modelabels

Die Lügen vom Gründen eines Modelabels

 

Fürchte Dich nicht vor einem großen Schritt. Man kann einen Abgrund nicht mit zwei kleinen Sprüngen überqueren. – David Lloyd George

Mich beschäftigt diese Frage immer wieder: Wie wird ein Modelabel erfolgreich? Keine leichte Frage, bei dem Überangebot…

Es gibt Vorträge über die Gründung und den Aufbau von Modelabels oder Berater die einem auch für viel Geld erzählen, was vielleicht klappen könnte, ohne das “vielleicht” zu erwähnen. Ich selbst habe mich auch schon für viel Geld beraten lassen, nur leider ist das rausgeschmissenes Geld. Niemand da draussen kann dir eine Lösung bieten für die Herausforderungen, die es als Gründer gibt.

 

Eins kann ich Euch vorab schonmal sagen, eine Patentlösung für den Erfolg gibt es nicht, da jeder Gründer anders und der Markt bei aller Planung am Ende doch meist unvorhersehbar ist.

 

Meiner Meinung nach ist es ein riesen Schritt ein Modelabel zu gründen, zumal keiner auf dich wartet. Die meisten Menschen die ein Modelabel gründen, lieben nur die Idee von einem Modelabel. Aber die harte Arbeit und Entbehrungen will dann doch keiner verantworten, dass ist auch einer der Gründe warum Modelabels nach dem ersten Jahr wieder verschwinden.

 

Einer der Grundpfeiler deiner Gründung sollte eine unfassbare Leidenschaft und Durchhaltevermögen sein, die dich wenn nötig jederzeit dazu befähigen können müssen über deine Grenzen hinaus zu gehen. Der andere sollte eine klare Vision von deinem Modelabel sein, so das du dein Unternehmen in einem Satz erklären kannst. Solltest du keine dieser Grundpfeiler besitzen, dann mach bitte etwas anderes.  😉

 

Versuche so viel wie möglich selbst zu machen. Gerade am Anfang ist das Geld knapp, also spende bitte dein Geld nicht an irgendwelche Agenturen oder fancy PR Berater, dass kannst du machen wenn du etabliert bist und nicht auf jeden Cent achten musst.

 

Wir hatten zum Beispiel mal eine sehr grosse Order gehabt, nur leider fehlte uns das Geld um die Produktion zu zahlen. Die Anzahlung vom Einkäufer ging schon für den Stoffeinkauf drauf. Es schien so, als wäre dieses Problem nicht zu bewältigen. Wir hatten damals weder ein Atelier wo man hätte produzieren können, noch eine schicke neue Industrie Nähmaschine oder einen grossen Zuschneidetisch. Also mussten wir in unserem Wohnzimmer die Produktion durchziehen. Wir hatten immerhin den Stoff und eine Haushalts-Nähmaschine und Overlock. Wir haben jedes Teil einzeln mit der Schere zugeschnitten (ein Rundmesser hatten wir auch nicht). Aber wir haben es am Ende also doch geschafft die bestellten Teile zu produzieren & an den Kunden zu liefern, ohne das man ihnen ansah das sie in mühsamer Arbeit bei uns im Wohnzimmer entstanden sind.

 

Was ich damit sagen will ist, alles ist Möglich wenn man nur den Willen hat es zu machen.

 

Ein Modelabel zu gründen kostet sehr viel Geld, extrem viel sogar. Es ist ein sehr elitäres Unterfangen. Wenn man bedenkt das du in den ersten Jahren nicht mal deine Miete von deinem Unternehmen bezahlen kannst, außer du hast vorher schon sehr viel Geld verdient oder bist Lottogewinner oder hast reiche Eltern, dann ist das Ganze natürlich sehr viel entspannter.

 

Wenn du deine Idee nicht in einem Satz formulieren kannst, hast du kein klares Konzept. – Daniel Schmidt

 

Was uns sehr geholfen hat, war es einen soliden Businessplan zu schreiben, eine Vision im Kopf ist schön und nett, aber das ganze im Detail auf Papier zu haben ist nochmal eine ganz andere Hausnummer. Es wird dir auch helfen, z.B. um bei Wettbewerben teilzunehmen – unser Business Plan hat uns schon ein paar tausend Euro eingebracht. Für mich ist das einer der Eckpfeiler den du gerade am Anfang brauchen wirst, also setz dich für paar Tage oder Wochen hin und schreibe einen Businessplan. Du kannst damit auch zur Bank gehen oder zu einem Business Angel, um dir eine qualifizierte und unabhängige Meinung zu holen.

 

Es gibt natürlich die Möglichkeit einen Kredit aufzunehmen oder einen Investor zu finden. Aber dafür muss dein Geschäftsmodell skalierbar sein, denn eine Bank oder Investoren wollen an dir und deinem Geschäftsmodell Geld verdienen. Keiner gibt dir nur Geld, weil du nett oder sympathisch bist.

 

Einige Gründer arbeiten auch nebenbei noch in anderen Jobs, um Ihr Modelabel zu finanzieren, dass ist eine gute Sache. Für mich war es allerdings keine Option, da ich mich gerade am Anfang nur auf eine Sache konzentrieren wollte, wohl nicht die beste Wahl, aber wir sind ja alle verschieden.

 

Für mich und Julia war es sehr gut, das wir von Anfang an alles gemeinsam gemacht haben. Denn alleine hätte Lillika Eden keiner von uns beiden aufgebaut. Zu zweit oder zu dritt zu gründen ist sehr viel praktischer, da man sich gegenseitig motivieren kann und die Aufgaben nach den jeweiligen Talenten aufteilen kann. Denn leider kann man nicht alles am Anfang, was aber auch nicht unbedingt nötig ist, wenn man nicht alleine ist.

 

Falls du die Möglichkeit hast, finde einen Partner mit dem du deinen Traum verwirklichen kannst. Einen Traum zu teilen macht auch sehr viel mehr Freude 😉

 

Gerade am Anfang will man gleich alles richtig machen, aber Fehler und Niederlagen sind genau das, was du am Anfang brauchst, um später zu verstehen wie dein Unternehmen funktioniert.

 

Zum Ende noch ein paar kleine Tipps:

  • Such dir einen fähigen Steuerberater, dass ist sehr wichtig – nicht nur am Anfang
  • Verzichte auf geldgeile Berater und Agenturen
  • Such dir ein Partner zum Gründen
  • Habe eine klare Vision
  • Schreib einen soliden Businessplan
  • Bleib trozdem flexibel
  • Miete dir nicht gleich ein Atelier, aus der eigenen Wohnung heraus sind schon die grössten Unternehmen der Welt entstanden
  • Wenn dir deine Gründung keinen Spass macht, lass es gleich
  • Leidenschaft, Durchhaltevermögen und Disziplin sollten deine Charaktereigenschaften sein
  • Von Presseveröffentlichungen verkauft sich deine Bekleidung nicht, von den erfolgreichsten Modeunternehmen bekommt kaum jemand etwas mit
  • Spiel regelmäßig Lotto 😉

 

Ich würde gerne tiefer ins Detail gehen, daher bitte ich Euch einfach einen Kommentar zu hinterlassen, was Euch interessiert und was Ihr genau wissen wollt.

 

Tags:
daniel
daniel.schmidt@lillika-eden.de
2 Comments
  • Hey 🙂
    Danke für diesen interessanten Artikel.
    Wenn man dann mal ein Label gegrüdent hat, wie erreicht man am Besten die passende Zielgruppe.
    Durch Liken und Kommentieren auf Instagram, Sponsoring oder doch abwarten?
    Vielleicht ja auch noch etwas ganz anderes.
    Tipps würden mir echt weiterhelfen.

    Liebe Grüße
    Judith von MOPS.
    http://www.mops-klamotten.de

    17. August 2016 at 19:37

Post a Comment