Biomode – was soll das?

Biomode – was soll das?

Es gibt Themen, bei denen gibt es eine Art ungeschriebenes Gesetz à la: “So was weiß man einfach.” Daher traut man sich oft nicht zuzugeben, dass man eigentlich nicht so richtig durchblickt. Biomode ist eines dieser Themen. In Studien wird immer wieder festgestellt, dass viele Menschen gar nicht verstehen, was genau “nachhaltig” oder “Bio” bei Mode bedeutet oder was an Mode nachhaltig sein soll.

 

“Fair” ist noch jedem irgendwie klar – denn da geht es darum, dass die Menschen, die die Mode machen, davon leben müssen. Das leuchtet ein. Aber warum die Baumwolle für ein T-Shirt nachhaltig sein muss, das ist vielen ein Rätsel – denn schließlich isst man das Shirt ja nicht.

 

Darum möchte ich heute mal ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.

 

Was bedeutet “Nachhaltigkeit” auf Mode bezogen überhaupt – was ist Biomode?

 

Dazu habe ich letzten Monat schon einen Blogbeitrag verfasst. Hier daher nur so viel: Nachhaltigkeit kann man bei Mode zum Beispiel auf folgende Bereiche beziehen: Herstellungsprozess der Stoffe (Anbau, Transport, Waschen, Weberei und Färbung) und Produktion (Veredelung der Stoffe, z.B. Bleichen von Jeans sowie Ort der Produktion, z.B. Deutschland vs. Bangladesh).

 

Und im weiteren Sinne gehört auch der soziale Aspekt dazu – Menschen sollten fair bezahlt werden.

Warum sollten Stoffe “Bio” sein?

 

Klar, bei Lebensmitteln ist es offensichtlich – die Schadstoffe nimmt man direkt mit der Nahrung auf. Aber warum sollte Kleidung “Bio” sein?

 

Beim Anbau von konventioneller Baumwolle, die zu Stoff verarbeitet wird, werden Pestizide eingesetzt, die extrem umweltschädlich sind. Sie töten zum Beispiel Bienen und andere Insekten, die wichtig für das Gleichgewicht der Umwelt sind, und sie führen oft zu Krankheiten bei den Menschen, die sie anbauen (z.B. Krebs). (Quelle: Weltagrarbericht)

 

Ein weiteres Problem ist, dass die genmanipulierten Samen von Monsanto kommen. Monsanto kauft nach und nach alle Patente auf Saatgut auf, so dass die Bauern gezwungen sind, ihre Samen bei ihnen zu kaufen. In Indien begeht alle 30 Minuten ein Bauer Selbstmord, weil er nicht von seinen Erträgen leben kann. (Quelle: News)

 

Bio-Baumwolle hingegen bedeutet, dass die Samen Bio und nicht genmanipuliert sind und der Einsatz von chemischen Pestiziden und Düngemitteln verboten ist. Die Baumwolle wird auch anders angebaut als die konventionelle, nämlich im Wechsel und zusammen mit anderen Pflanzen, um den Boden zu erhalten und Schädlingen keine Chance zu geben. In Afrika werden zum Beispiel Sonnenblumen um die Baumwolle gepflanzt, die die Schädlinge von der Baumwolle weglocken. Außerdem wird Bio-Baumwolle von Hand geerntet und so hat Biomode eine besonders hohe Qualität, weil keine schlechten Fasern, Kapsel- oder Blattstücke mitgeerntet werden.

 

“Mit dem Kauf eines einzigen Baumwoll-T-Shirts aus biologischer Baumwolle bewahrt man rund sieben Quadratmeter Anbaufläche vor Pestiziden und Kunstdünger.” (Quelle: Umweltinstitut)

Dazu kommt die Färbung der Textilien – bei “normaler Mode” sind viele Chemikalien erlaubt, die in anderen Produkten aufgrund ihrer Schädlichkeit verboten wurden, zum Beispiel Blei, das seit 1988 nicht mal mehr im Benzin erlaubt ist, aber in Kleidern schon. Ein einziger BH enthält einen Chemikalien-Cocktail aus über 400 Stoffen! Das Märchen, dass die Sachen in der Produktion so oft gewaschen würden und es daher nicht schädlich sei, sie zu tragen, sollte man nicht glauben.

 

“Von 1600 kommerziellen Farben sind […] nur 16 unbedenklich. Die übrigen: toxisch, fruchtschädigend, krebserregend, biologisch nicht abbaubar. Oder aber ihre Giftigkeit ist ungewiss.” (Quelle: Welt)

 

All diese schädlichen Stoffe kommen bei der Produktion ins Wasser… Welche Folgen das für die Umwelt und die Menschen, die damit in Kontakt kommen, hat, kann man in zahlreichen Greenpeace-Reports nachlesen.

 

Einen guten Überblick bekommt man auch in der Dokumentation “The True Cost”. Dieser Film verändert die Sicht auf die Textilindustrie und macht es einem unmöglich, Mode weiter zu konsumieren wie bisher.

 

Auch, wenn es wehtut, diese Wahrheiten zu erkennen, ist es trotzdem wichtig, sich für diese Themen zu sensibilisieren. Nur so wird man motiviert, aus seiner Starre aufzustehen und etwas zu ändern. Der Schluss, den man aus diesen Informationen ziehen sollte, lautet nicht: “Oh je, die Welt ist schlecht”, sondern “Biomode ist wichtig!”. Hoffentlich hat dieser Artikel euch geholfen zu verstehen, warum.

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Selene
selene@lillika-eden.de

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